Kinder-Neumärtyrer von Jastrebarsko und Sisak

Aus Orthpedia
Zur Navigation springenZur Suche springen

Gedächtnis: 30. Juni (alter Stil) / 13. Juli (neuer Stil)

Die heiligen Kinderneumärtyrer von Jastrebarsko und Sisak erlitten ihr Leiden während des Zweiten Weltkrieges im Gebiet des sogenannten Unabhängigen Staates Kroatien. Sie gehörten zu den vielen tausend serbischen Kindern, die infolge der Verfolgung der orthodoxen Bevölkerung aus ihren Familien gerissen wurden. Nachdem ihre Eltern getötet, in Konzentrationslager verschleppt oder zur Zwangsarbeit deportiert worden waren, brachte man die Kinder in eigens eingerichtete Lager nach Sisak und Jastrebarsko.

Das Kinderlager Jastrebarsko wurde im Juli 1942 eingerichtet. Dorthin verbrachte man Kinder aus den Lagern Stara Gradiška und Mlaka sowie aus den Gebieten der Kozara, Banija, Kordun und Slawonien. Viele waren bereits durch Hunger, Krankheit und die Trennung von ihren Familien schwer geschwächt. Im Lager herrschten Mangelernährung, unzureichende hygienische Verhältnisse und fehlende medizinische Versorgung. Tagtäglich starben Kinder an Entkräftung und Seuchen; viele wurden ohne kirchliches Begräbnis in einfachen Gräbern beigesetzt.

Wenige Wochen später entstand in Sisak ein weiteres Lager für serbische Kinder. Auch dort wurden Tausende Kinder unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Hunger, Krankheiten und Vernachlässigung forderten unzählige Opfer. Manche Kinder wurden später durch mutige Einzelpersonen oder karitative Hilfsaktionen gerettet und bei Familien untergebracht. Viele andere jedoch überlebten die Gefangenschaft nicht.

Diese Kinder hatten kein anderes Vergehen als ihre serbische Herkunft und ihren orthodoxen Glauben. Fern von ihren Eltern und ihrer Heimat ertrugen sie Hunger, Krankheit, Angst und Einsamkeit. Viele starben namenlos, ohne dass Ort oder Zeit ihres Todes zuverlässig festgehalten wurden.

Auf Vorschlag des Bischofs Gerasim von Gornji Karlovac beschloss der Heilige Synod der Serbischen Orthodoxen Kirche am 21. Mai 2022, die Kinder von Jastrebarsko und Sisak in das Verzeichnis der Heiligen aufzunehmen.

Von vielen dieser heiligen Kinder sind ihre Namen überliefert und in den Verzeichnissen der Kriegsopfer bewahrt worden. Viele andere aber blieben der Welt unbekannt; ihre Namen kennt allein der Herr. Die Kirche gedenkt ihrer alle in gleicher Liebe und Ehre.